Panta rhei, alles fließt... Willi Gottschalk auf der Kieler Woche


Galerie Gottschalk, Atelierhaus Alte Schule Heidhof, Straße der Jugend 7, 19303 Heidhof, Tel.: 038758 20434, Mobil 0157 82812964, info@galeriegottschalk.de, www.galeriegottschalk.de

Galerie Gottschalk öffnet im Rahmen der "offenen Gärten in MV" am 11. und 12. Juni die Pforten

Im wildromantischen Künstlergarten auf ca. 2.000 m2 findet man vorwiegend sich zierende Blütengehölze, quer durch das Jahr quengelnde Staudenrabatten, kratzbürstige Rosenbüsche, kichernde Him- bzw. Johannisbeeren, durchwachsen von Früchtchen aller Art. Es erwarten Sie "GERAHMTES" - Bilder durch den Garten geschaut und ein philosophischer Spaziergang, garantiert ARTgerecht. Ebenso eine Sonderausstellung des verstorbenen Künstlers Willi Gottschalk: "Wasserwelten, Bilder vom Meer".

Mit einem ungewöhnlichen Konzept tritt dieses Jahr der Garten der Galerie Gottschalk an. Der Garten demonstriert, dass auch der private Garten ein wertvolles Ökosystem sein kann.

Besonderen Wert legt Frau Gottschalk darauf, dass die wachsenden Pflanzen abwechselungsreich sind. Das hat weniger gestalterische Gründe, sondern das ruft eine Vielfalt der dort lebenden Vögel und anderen Tiere hervor. Das Konzert von vielen verschiedenen Vögeln will nie enden. Die Vielfalt der Lebensbedingungen ist gezielt geschaffen worden. Auf die Abhängigkeiten zwischen Tier und Pflanzenwelt wird auf kleinen Schildern hingewiesen. Der Garten ist wie eine Voliere ohne Zäune. Nur, dass die Tiere sich dort aufhalten, weil sie dort Nahrungs- und Lebensgrundlage vorfinden. Durch den Bewuchs entsteht ein angenehm feucht kühles Mikroklima, was für Fauna und Flora gut ist und mit für die idyllische Atmosphäre sorgt.

Maulwürfe, Wühlmäuse, Schnecken leben dort fast ungehindert. Etwas zähneknirschend schaut Frau Gottschalk zu, wie die Stare ihre Kirschen abfressen, die Schnecken die Blätter gerade gepflanzten Pflanzen vertilgen, die Wühlmäuse die Wurzeln manch wertvoller Blume auffressen. Aber wer A sagt, muss auch B sagen. Letztlich bleibt genug für uns Menschen über.

www.galeriegottschalk.de/garten.php

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Pressetext zur Kunstwoche im Atelierhaus Alte Schule Heidhof
04.12. - 13.12.2015

Sonderausstellung WILLI GOTTSCHALK WASSERWELTEN
Eröffnung Freitag den 04.12.2015 16:00 Uhr

mit Susanne Gottschalk und Joachim von Kienitz



Susanne

Willi Gottschalk (1946-2009)

Der Maler Willi Gottschalk war fasziniert von der Dynamik und der Energie des Wassers.

1946 in Bernburg/Saale geboren, verstorben 2009 in Heidhof.

Willi

Im Laufe seines Lebens übte er verschiedene Berufe und Jobs aus. Bald merkte er aber, dass ihn das nicht ausfüllte. Er fand seine Berufung in der Malerei. Er setzte sich theoretisch sowie praktisch mit dem Phänomen Farbe auseinander, beschäftigte sich mit Naturstudien und gesellschaftspolitischen Themen. Er probierte diverse Techniken und Motive aus. Das Bild (an sich) war für ihn nur Oberfläche, erst über die Augen des Betrachters sollte es Leben entwickeln und eine eigenständige Gedankenwelt. Die Faszination (Wasser) zieht sich durch sein gesamtes Schaffen der letzten Jahre. Begonnen 1992 mit den "Gesichtern des Meeres" als Serie, setzte er Folge auf Folge nach, charakterisierte mit der ihm eigenen Art Nord- und Ostsee, den Ozean, See- und Flusslandschaften. Vorwiegend arbeitete er mit Acryl, jedoch gleichermaßen auch mit Öl. Peer Gynt und Hans-Christian Andersen lassen grüßen, wenn man sich seine skandinavischen Impressionen anschaut. Farben, Töne, Lichter und Geschichten verlangen ihre eigene (seine) Ausdrucksweise.

Wasser und Wellen im Auf und Ab der Meere, wie auch der Lebensbörse - für den Maler Willi Gottschalk war die Kunst Schaffensprozess und Philosophie zugleich. Genesis , Schöpfung, Erschaffung – pantha rhei “alles fließt“, ist im Fluss, eine immerwährende Veränderung, nichts bleibt so wie es war und die Gegenwart zerfließt zur Vergangenheit. Wasser und Meer, das ist die philosophische Abstraktion der ständigen Frage nach dem Woher und Wohin, dem Umgang mit der Schöpfung, dem Leben, wie dem Sterben.

Einsamkeit und Nähe, mit dem Zyklus "Allein mit rotem Schal" greift er das große Thema der Imagination der grenzenlosen Weite des Meeres auf. Das Kommen und Gehen der Gezeiten, Nähe und Distanz sind dann auch das eigentliche Thema dieses Zyklusses. Ganz klein und vom Rand aus wird der Mensch zum zentralen Thema.

Kieler Woche 2008, Stralsunder Marienkirche und dann kam das Fieber.
"Was ich noch zu sagen hätte dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehen ....", irgendwie gab es solch einen Musiktitel. Unbewusst nahm er nach der Krebs-Diagnose sein rasantes Leben wieder auf. Er malte Bild auf Bild und schuf neue Lebens- und Wasserwelten. Es gab Gespräche, Geschichten und Stille, alle wussten, dass seine Zeit gekommen war. Aber Wissen ist das Eine und begreifen ist das Andere. Begleitet von Freunden und Familie hat er seine Spur gesetzt: Pinselstrich für Pinselstrich.

Noch heute stellen seine Wasserwelten das Meer und den Ozean eindrucksvoll dar. Man fühlt wie der Sturm die Gischt ins Gesicht treibt, hört das Pfeifen des Windes, schmeckt das Salz auf den Lippen, hat das Gefühl, im nächsten Augenblick über die Reeling gespült zu werden. Die Energie des Meeres dringt durch Haut und Knochen, wird quasi am eigenen Leib erfühlt.

Auch die Landratte verspürt diese Energie. Mehr noch der Seebär, der den brutalen Kampf gegen die Elemente durchgefochten hat. Man braucht kein Kunstsachverständiger zu sein, um diese unbändige Kraft in seinen (W. Gottschalk) Bildern zu finden.

So entstand das eigentliche “Seestück“ als Spezialgebiet der Landschaftsmalerei im 17.Jahrhundert, kommend aus den Niederlanden. Im Verlauf der Kunstgeschichte finden sich Seestücke in allen Stilepochen, als Allegorie, Bibelillustration, Schiffsbild, Schlachtengemälde, wie auch als Küstenlandschaft, Fischereibilder, Hafen- und Stadtansichten und Stimmungsbilder. Relativ spät dazu gekommen ist der Bereich des Segelsportes. Bilder von anderen Sportarten wie Surfen, Angeln u.a. sind seltener zu finden. Sehr breit ist der Bereich der Illustration und Dokumentation in der Geschichte der Forschungsreisen. Viele Bilder folgen der romantisch verklärten Zeit der Großsegler oder dem Kapitänsbild, dem Schiffsporträt. Die Geschichte der Marinemalerei dokumentiert in Besonderheit die Entwicklung des Schiffbaus und der Seekriegsflotten sowie den Kunstgeschmack der jeweiligen Zeit.

Seine Bilder

Willi

Willi Gottschalk hat sich Zeit seines Lebens der Darstellung von den drei großen W's: Wind, Wellen und Wasser verschrieben. In der geistigen und räumlichen Enge der ehemaligen DDR ein sehr schwieriges Unterfangen. Trotzdem hat er es zu einer unerreichten Perfektion gebracht. Seine Bilder wirken zwar teilweise sehr realistisch, aber das war nicht sein Ziel. Ziel ist, dass seine Bilder das Gefühl von Wind, Wellen und Wasser vermitteln. Das endgültige Bild entsteht erst im Kopf des Betrachters.

Willi Willi Willi

Seine Bilder wirken vielfach bedrohlich. Man fühlt, als wenn der Sturm und die Gischt gleich das Bild verlassen, das Wasser gleich über die Reling spült. Wenn man sich die Zeit nimmt und die Bilder in ausreichendem Abstand auf sich wirken lässt, ist man von dieser bis ins Unterbewusstsein wirkenden Energie fasziniert.

Ostern 1989 konnte er in den Westen ausreisen und sich von der repressiven und geistigen Enge der DDR befreit fühlen. Er ließ sich zusammen mit seiner Frau in der Nähe von Lübeck nieder. Erst hier haben er und seine Frau ein Heimatgefühl entwickelt und richtig tief durchatmen können. Das blieb nicht ohne Folgen für seine künstlerische Tätigkeit. Die Bilder wurden freundlicher und ausgeglichener.

Willi Gottschalk war der typische Intellektuelle. Ständig mit philosophischen Themen befasst, kannte die großen Klassiker fast auswendig. Während der Arbeit hörte er durchweg klassische Musik. Neben philosophischen Themen, galt seine Begeisterung Geographie, Technik und Botanik. Sein Zuhause glich einer mittelstädtischen Bücherei. Die Bücher, die er auch alle gelesen hatte, waren eine der wichtigsten Inspirationsquellen für seine Arbeit. Leider wurde er durch eine unglückliche Kindheit daran gehindert, zu studieren.

Während seiner aktivsten Schaffensphase wurde er am 1. April 2009 durch eine Krebserkrankung herausgerissen und an der Malerei gehindert. Er hat die Pinsel nicht aus der Hand gegeben.

Ausstellung Panta rhei ... alles fließt zur Kieler Woche 2015

Willi

"Alles bewegt sich fort und nichts bleibt - Pantha rhei (nach Heraklit)".

Bereits zum dritten Mal wurden auch in diesem Jahr anlässlich der Kieler Woche von KARSTADT Kiel in der Passage Holstentörn seine Bilder mit großem Interesse und Erfolg ausgestellt begleitet von der Kieler Stadträtin Renate Treutel, der Kuratorin und Kunsttherapeutin Monika Cordes-Stein und dem Chef von KARSTADT Kiel Herrn McKellenter gehalten.

Kunstwoche und philosophisch-literarischer Gesprächskreis in der Galerie Gottschalk 04.12. - 13.12.2015

Der-geheimnisvolle-Himbeerwald

Zum Thema "Faszination Wasser" veranstaltet die Galerie Gottschalk in diesem Jahr Ihre Kunstwoche. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Arbeiten des Malers Willi Gottschalks zum Thema Wasser und Naturgewalten schlechthin. Wesentliche Elemente sind Vorträge und Diskussionen zu philosophischen, sozialen und naturwissenschaftlichen Themen von und mit Susanne Gottschalk und Joachim von Kienitz.
Ein Highlite soll am Nikolaustag 15:00 Uhr die Lesung mit Susanne Gottschalk werden. Sie liest aus Ihrem Kinderbuch für Groß und Klein: "Der geheimnisvolle Himbeerwald". In dem Youtube-Video https://www.youtube.com/watch?v=7Nw_BprtoyE kann eine Vorschau angehört werden. Sofortiger Download ist bei Thalia. möglich. http://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/der_geheimnisvolle_himbeerwald/susanne_gottschalk/EAN9783739312293/ID43396447.html?ProvID=11002632
Ebenso ist für Jung und Alt täglich eine lockere Zeichen- und Malstunde mit Susanne Gottschalk geplant.
Joachim von Kienitz wird an fünf Abenden über Weihnachten, Computer, christliche Werte sowie über Fauna und Flora der Tiefsee referieren. Natürlich darf in der Vorweihnachtszeit Kunst, Kultur und Kaffeeklatsch in gemütlicher Runde nicht fehlen. Mit unserer Kunstwoche laden wir Sie ein zu einer Zeitreise in Bildern und Worten. "Zurück nach Mecklenburg" heißt eine andere Geschichte von Susanne Gottschalk für Erwachsene, (siehe http://www.gottschalk-gottschalk.de). Genaue Termine siehe unter: www.galeriegottschalk.de/kalender.php Susanne Gottschalk beschreibt die letzten gemeinsamen Jahre mit Willi Gottschalk (verstorben 2009): "Und es war wieder gut geworden trotz aller Widrigkeiten.", Willi (Gottschalk) erholte sich, konnte nun noch mehr arbeiten, malen, meine ich, was für ein Glück. Oft hörten wir: "Ach, was für ein idillischer Ort". Bis ich (Susanne Gottschalk) dann zu Pfingsten zu "Kunst offen" ein Schild aufstellte: "GARANTIERT ARTGERECHTE HALTUNG VON MENSCHEN, FREILAUFEND!". Wir (Gottschalks) waren angekommen, obwohl wir (Gottschalks) es nie für möglich gehalten hatten.

UND ES GEHT WEITER im Atelierhaus Alte Schule Heidhof

Für 2016 haben Joachim von Kienitz und Susanne Gottschalk nicht nur weitere Ausstellungen mit den Arbeiten Willi Gottschalks geplant, sondern einen regelmäßigen philosophisch-literarischen Gesprächskreis, "Panta rhei - alles fließt", vom Werden und Vergehen unseres Lebens.
Aktuelle Informationen immer unter galeriegottschalk.de/kalender.php.

Willi

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